Steigert das Arbeiten im Homeoffice die Produktivität?

Homeoffice in Zeiten von Corona: Studien der Deutschen Bank und der Deutschen Angestellten Krankenkasse geben Auskunft über die Produktivität vom "Arbeiten von zu Hause aus".

Das Wort Homeoffice dürfte einen prominenten Platz auf der Hitliste der meistgebrauchten Begriffe der Jahre 2020 und 2021 belegen. Zuvor war das Arbeiten im Homeoffice eher selten. Nun haben die staatlichen Maßnahmen und Anordnungen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie dazu geführt, dass das Arbeiten „von zu Hause aus“ zum Massenphänomen wurde.

Hunderttausende mussten von heute auf morgen in ihrem Wohnzimmer oder am heimischen Küchentisch ihre beruflichen Zelte aufschlagen – oftmals umgeben von Kindern, Kochgeschirr und Katzen. Eine solche Umstellung bleibt nicht ohne Folgen für die Produktivität. Auch (vermeidbare) Fehler passieren wahrscheinlich in heimischer Umgebung eher, als am gewohnten Büroschreibtisch. Eine aktuelle Studie der Deutschen Bank kommt zu dem Schluss, dass die Produktivität im Homeoffice deutlich geringer ist, als im Büro. Gründe dafür findet die Studie viele.

Einer davon ist die erschwerte Kommunikation im Homeoffice. Gute Kommunikation ist aus der Ferne komplizierter und technische Schwierigkeiten tun ein Übriges. Zu den häufigen Problemen gehören die schwache Internetverbindung und manche IT-Probleme, deren Lösung fachkundiger Hilfe bedarf. Diese ist, anders als im Unternehmen vor Ort, schwieriger verfügbar. Die Studie verwendet hier übrigens den Begriff "Homeoffice", benutzt diesen allerdings auch als Synonym für "mobiles Arbeiten".

Die veränderte Arbeitsatmosphäre ist auch ein entscheidender Faktor, der die Produktivität der Menschen maßgeblich beeinflussen kann. Hinzu kamen in den Monaten des Lockdowns die Bedürfnisse der Kinder, die Eltern von ihren Aufgaben abhalten. Außerdem werden Pausen häufig in die Länge gezogen - mehr als das im „echten“ Büro üblich ist.

Digitalisierungs-Schub verändert den Arbeitsmarkt

Als positiven Effekt beschreibt die Studie den Digitalisierungsschub, die auch Teile der negativen Aspekte des Homeoffice wieder auffangen kann. Die Digitalisierung schafft völlig neue Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt.

So sind einige Unternehmen nicht mehr darauf angewiesen, Mitarbeitende aus dem örtlichen und regionalen Umfeld der Betriebe einzustellen, sondern können sich auf dem globalen Arbeitsmarkt umschauen. So haben sie wesentlich mehr Bewerber*innen zur Auswahl und die Unternehmen finden möglicherweise besser qualifizierte Mitarbeiter*innen, was langfristig die Produktivität erhöhen könnte.

Die Studie der Deutschen Bank kommt einerseits zu dem Schluss, dass die Produktivität durch Arbeiten im Homeoffice geringer ist, im Vergleicht zur Arbeit im Büro. Sie rechnet andererseits damit, dass sich ein hybrides Modell durchsetzen wird, wonach ein Mix aus Arbeit im Homeoffice und im klassischen Büro die Regel wird.

Übrigens: Arbeitnehmer*innen selbst schätzen ihre Produktivität im Homeoffice im Vergleich zum Arbeiten im traditionellen Büro höher ein.

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